Karl Kühnle - Schwarzwaldmaler

wurde in Kuppingen geboren, wo sein Vater als Lehrer wirkte. Der Vater schenkt dem Zwölfjährigen ein Buch über Hans Thoma. Damit ist ein Vorbild gefunden, das lebenslang gültig bleibt. 1913 stirbt die Mutter. Ihrem Wunsch, daß der Sohn Theologie studieren soll, kommt Karl Kühnle nach. Er besteht das Landesexamen und wird ins theologische Seminar nach Maulbronn aufgenommen. Er findet speziell im heimischen Bereich ein Publikum, das seine Malweise versteht und zu schätzen weiß. Weitergreifendes Aufsehen erregt er dank einer großen Ausstellung seiner Arbeiten in Herrenberg im Jahre 1965. 1977 und 1980 folgen weitere umfangreiche Werkschauen. Als "Maler des Gäu" bleibt Karl Kühnle bis heute lebendig.
Er hat sein Lebenswerk als Kunstmaler in einer Biographie mit dem Titel 'Sieg des Lichts' beschrieben.


 

geb. 1900 - gest. 1981

Lebenslauf

8.07.1900 Geburt in Kuppingen als ältestes von fünf Kindern
1902 Umzug nach Bad Cannstatt, wohin der Vater als Lehrer versetzt wurde. Besuch des Gymnasiums. Erste Förderung des zeichnerischen Talents durch seinen Lehrer Ebenhausen
1912 Sein Vater schenkt ihm ein Buch über Hans Thoma. Von da ander Wunsch: „So einer wie Thoma will ich auch werden.“
1913 Tod der Mutter. Der Berufswunsch, Maler zu werden, wird überdeckt vom Wunsch der Mutter, die sich für Karl das Pfarramt wünscht. Erneute Eheschließung des Vaters. Das Haus der Tante in Kuppingen wird zunehmend zur Heimat
1914 Landexamen. Zur Belohnung Schwarzwaldwanderung. Besuch einer Ausstellung der Maler Hasemann und Liebich. Intensive Zeichentätigkeit während der Wanderung. Verkauf von Postkarten, um die Weiterreise finanzieren zu können
1915-17 Zwei Jahre Theologisches Seminar Maulbronn.
1917-18 Zwei Schuljahre und Abitur im Theologischen Seminar Blaubeuren.Brieflicher Kontakt zu Thoma, der ihm schroff rät,Pfarrer zu werden
1918-19 Militärdienst und längerer Lazarettaufenthalt in Ulm und Untermarchtal/ Donautal
1919 Zum Wintersemester Beginn des Theologiestudiums in Tübingen. Daneben Malstudien bei Prof. Seufferheld am Zeicheninstitut der Universität und Kunstgeschichte bei Prof. von Lange
1920 Abbruch des Theologiestudiums nach 2 Semestern
Herbst 1920 Beginn einer Schreinerlehre als Vorbedingung für die Aufnahme in die Stuttgarter Kunstgewerbeschule bei Prof. Bernhard Pankok.Nach wenigen Monaten Abbruch der Lehre
1921 - 1922 Studium in der Kunstschule Moritz Heymann, daneben Einarbeitung in die verschiedenen Drucktechniken
Sommer u. Herbst 1922 KK lebt und arbeitet in Gutach Freundschaft mit dem Maler Erich Rein
ab 1923 Hauptwohnsitz in Kuppingen im Haus der Tante
Sommer 1926 Italienreise zusammen mit seinem Studienkollegen und Freund, Pfarrer Friedrich Unz erste eigene Postkarten und Radierungen erscheinen
Herbst 1927 Fortsetzung des Studiums in München. Unterricht im Aktzeichnen
1928 Teilnahme an einer Ausstellung in Pforzheim erste Veröffentlichungen von Zeichnungen und Bildern in evangelischen Zeitschriften Buchillustrationen
1929 Eheschließung mit Klara Strebel (1907 – 1992), Tochter des Kuppinger Pfarrers Elias Strebel
1933 Beginn Augenkrämpfe, die ihn von da an regelmäßig befallen. Rückkehr ins Haus der Tante Gründung eines Postkartenverlages
1934 - 1941 erscheint jedes Jahr der Karl Kühnle Kalender in verschiedenen Verlagen. In dieser Zeit zahlreiche Aufträge aus ganz Deutschland, Buch-Illustrationen und Veröffentlichungen in der christlichen Presse. Wegen seiner Weigerung in die NSDAP einzutreten, zunehmend unter Druck
1938 Das von Kühnle gemalte und getextete Kinderbuch „Heides erste Autofahrt“ erscheint und wird ein großer Erfo
1939 Einberufung zur Wehrmacht. Aufgrund seines Herzleidens nur bedingt verwendungsfähig. Vorläufige Entlassung im Herbst 1940.
1944 Erneute Einberufung zur Wehrmacht. Verwendung bei der Rauhfuttersammelstelle in Gaildorf. Tod des Vaters durch einen alliierten Flieger- Bombenangriff in Stuttgart
1945 Entgeht der Kriegsgefangenschaft durch Flucht von Gaildorf
1945-48 Viele Aufträge
1948 Währungsreform vernichtet KKs Geldreserven
50er Jahre „Herrenberger Kulturstreit, KK wird von jungen Künstlern als „Postkartenmaler„ abgewertet
1965 1. Retrospektive in Herrenberg. Dann Ausstellungen in Freiburg, Biarritz, Paris, Mexico City, Rochester, Las Palmas
1977 2. große Ausstellung in Herrenberg Verleihung der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
1980 Große Retrospektive in Herrenberg Verleihung der Bürgermedaille in Gold
15.10.1981 in Kuppingen verstorben
1982 Große Gedächtnisausstellung anlässlich des 1. Todestages, danach Ausstellungen in Urach (1983), Herrenberg (1987), Kuppingen (1990) und Deckenpfronn (1996)
1990 Benennung eines Saales im Gemeinde-Zentrum
1996 Einweihung des Karl Kühnle Platzes in Kuppingen
2000 Große Retrospektive zum 100. Geburtstag in Herrenberg und Kuppingen


Herr Adalbert Kühnle, wir danken Ihnen ganz herzlich, dass Sie uns den Lebenslauf Ihres Vaters zur Verfügung gestellt haben!

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Eine Darstellung aus dem Kinderbuch „Heides erste Autofahrt" (erschienen im Jahre1938) :



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Die Bilder wurden mit Genehmigung von Herrn Roland Deines aus dem Buch "Karl Kühnle Kunstmaler (1900-1981)" entnommen.
Wir danken für die freundliche Zusammenarbeit!


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