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vielgestaltige Beziehunng - Schwarzwald und Mensch

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Beschäftigt man sich mit dem Schwarzwald, kommt man nicht umhin, sich auch der Beziehung Wald und Mensch zu widmen. Es sind in erster Linie selbstredend ökologische und ökonomische Begebenheiten, die diese Beziehung gestalten; aber daneben atmet auch eine identitäre Bedeutung…



Die identitäre Bedeutung des Waldes

Heutzutage oft vergessen oder bewusst verdrängt, möglicherweise aber eine der wichtigsten Einflüsse des Waldes auf den Menschen, ist die zeitlose, begriffliche – die ideelle Bedeutung des Waldes für Seele und Geist. Eine Sinnverwandtschaft zwischen dem deutschen Volk und der Bezeichnung „Waldvolk“ besteht, ist doch der Wald ein Symbol unserer deutschen Identität. Schon Tacitus schreibt in seiner Germania von einer tiefen Identität der Germanen zu ihrem Wald. Jacob Grimm fand im Wald ein heimatlich-romantisches Element und in Adalbert Stifters Roman „Hochwald“, kommt der Wald einem himmlischem Zustand gleich. Die Verbindung zwischen Deutschen und Wald wird auch bereits im germanischen Schöpfungsmythos deutlich: Aus Ast und Embla, der Esche und der Ulme, schufen die Götter Mann und Frau. Die Germanen dachten sich also die Menschen aus Bäumen entstanden. Ähnliche Vorstellungen findet man im alten Griechenland, in Persien, und Indien. Zumindest glaubten all diese Völker, dass Menschen in Bäume verwandelt werden können. So sind es auch im biblischen Schöpfungsbericht Bäume, die dem Menschen die beiden Gaben, die für ihn die wesentlichen sind, weil sie ihn als lebendes, sowie als denkendes Wesen kennzeichnen, verleihen; dies sind der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis. Betrachtet man Eigenschaftsworte wie „stämmig“, „baumlang“, „verwurzelt“, deren Bedeutung weiter geht, als nur Beschreibung eines Baumes zu sein (zB: ein stämmiger Mensch, heimatverwurzelt…), wird wiederum die enge Verbundenheit von Mensch und Wald deutlich. Gehalten hat sich die identitäre Zuneigung von uns Deutschen zu „unserem Wald“ bis heute: Man betrachte die deutschen 1-,2- und 5-Centmünzen. Das Eichenblatt ist zu sehen. Oder man denke zurück, an den guten alten deutschen Pfennig, genauer an die 50 Pfennigmünzen, auf der eine Waldarbeiterin einen Eichensprössling pflanzt.



Ökologie des Waldes

Neben der Holzproduktion leisten Wälder, als vielfach vernetzte Ökosysteme bedeutende Beiträge zur Regulierung und Reinhaltung des Wassers, zum Erosionsschutz, zum Klimaausgleich und zur Luftreinhaltung sowie zur Versorgung der Atmosphäre mit lebensnotwendigem Sauerstoff.

Viele ökologische Bewirkungen sondern den Wald von dem ihn umgebenden Freiland ab: Am handfestesten sind die Unterschiede in der Pflanzenwelt. Im Wald wachsen vor allem mehrjährige Pflanzen, die sich, auch aufgrund der Bewirtschaftung, in sog. Baumschichten (Ober-, Mittel- und Unterschicht) einteilen lassen. Der Bewuchs bildet eine riesige Assimilationsfläche. Die große Vegetationsoberfläche fängt den Niederschlag auf und drosselt damit den Wasserablauf. Die Tagestemperaturen im Wald sind ausgewogener als auf nicht bewaldeten Flächen. Der Wiese Wiese wird durch Düngung Energie zugefügt. Das ist beim Wald nicht der Fall, was heißen soll, dass ein geschlossener Nährstoffkreislauf stattfindet.

Allerdings ist in einem bewirtschafteten Wald der ökologische Kreislauf durch Holzschlag und meist ausgelöster Bodenerosion gestört. Auch in Zeiten der Streunutzung, als die Humusschicht des Waldbodens mit der Auflage als Einstreu für die Ställe genutzt wurde, war dieser Kreislauf unterbrochen, weil dem Wald dadurch eine große Menge Nährstoffe entzogen wurde. Folge war eine Verarmung des Waldbodens und eine Veränderung der Lebewelt.

Der heutige Baumbewuchs des Schwarzwaldes besteht heute hauptsächlich aus zwei Nadelbaumarten. Die Fichte zum einen und die Weißtanne zum anderen.

Die Fichte, welche von Natur aus in höheren und kälteren Lagen Baden-Württembergs vorkommt. Sie wurde aber wegen ihrer Robustheit und ihrem relativ schnellen Heranwachsen, genauer wegen des Profits, weit über ihr natürliches Gebiet hinaus verbreitet. Auf den geeigneten Standorten und bei richtiger Mischung mit anderen Baumarten ist die Fichte der wirtschaftlichste Baum. Ökologisch betrachtet ist die Fichte allerdings dort eine Katastrophe, wo sie eigentlich nicht hingehört. Das Nadelstreu der Fichte führt zu einer Bodenversauerung und damit zu einer nachhaltigen Standortsveränderung. Außerdem ist sie ein Flachwurzler und leistet den Stürmen nur wenig Widerstand. Ein besonderer Konkurrenzvorteil ist ihre Fähigkeit zur Kadaververjüngung: ihre Samen können auf dem Moderholz verrottender Stämmen keimen und wachsen. Dadurch sind die empfindlichen Keimlinge nicht auf die versauerten Waldböden angewiesen. Oftmals ist dies sogar ihre einzige Möglichkeit aufzuwachsen.

Anders als die Fichte hat die Weißtanne dagegen hat ein tiefgreifendes Wurzelwerk und kann mit ihrer Pfahlwurzel dichte Böden durchdringen; sie trägt deshalb zur Stabilisierung von labilen Fichtenbeständen bei. Das tiefreichende Wurzelsystem führt dazu, dass Tannen besser als andere Nadelbäume im Boden verwachsen sind und weniger vom Sturm geworfen werden. Nach den großen Stürmen Anfang März 1990 wurde der Sturmwurfanfall im Staatswald Bayerns ausgewertet. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Fichte (bezogen auf die jeweilige Gesamtholzmasse) fast viermal stärker sturmwurfgefährdet ist als die Tanne. Die Tanne ist aus diesen Gründen der waldbaulich wertvollste Nadelbaum mit hohem ökologischem Wert, allerdings aus rein profitorientiertem Blickwinkel weniger einträglich. Sie stellt höhere Ansprüche an Feuchtigkeit, Wärme und Tiefgründigkeit des Bodens. Die Tanne ist wie die Buche eine Schattbaumart, d.h. sie braucht in ihrer Jugend ein Laubdach aus älteren Bäumen, das Licht zurückhält. Ihre Nadeln sind im Unterschied zur Fichte flach und stumpf und die Zapfen stehen aufrecht. Das heutige Bild des Schwarzwaldes mit seiner Baumartenzusammensetzung ist das Ergebnis der Nutzung mehrerer Jahrhunderte.


Schwarzwald – 60% Laubbäume, 7% Fichte

Vor dem Eingriff des Menschen bestand der Schwarzwald zu 60 % aus Laubbäumen, die Fichte hatte einen Anteil von weniger als 7 %, die Tanne ca. 33 %. Inzwischen ist der Anteil der Fichten auf fast 70 % angewachsen, während die Laubbäume auf weniger als 5 % zurückgegangen sind. Die Folgen eines solchen Eingriffes bzw. Entfremdung sind durch Fichtenmonokulturen begünstigte Sturmwurfschäden, Anfälligkeit gegen Krankheits- und Schädlingsbefall und ein deutlicher Artenschwund. Eine weitere Schwächung der Wälder ergibt sich durch den Anbau florenfremder Baumarten. Sie scheinen oft lukrativ, weil sie, wenn alles gut geht, mehr Holz produzieren als die heimischen Baumarten. Ihre biologische Zusammenarbeit mit den übrigen Arten des Ökosystems ist jedoch schlecht.





Herkömmliche Waldgewerbe und ehemalige Waldnutzungen

Flößerei

Flößerei ist die Nutzung des Floßprinzips für den Holztransport. Die geschälten Baumstämme werden zunächst einzeln in ungebundener Flößerei zu Tal gebracht, wo sie in Sperren aufgefangen und auf den Flüssen zu großen Flößen zusammengebunden werden. Die Rheinflöße waren früher, vor Beginn der Dampfschiff- fahrt, teils über 300 Meter lang, ungefähr 40 m breit und enthielten bis zu 12 000 Festmeter Holz. Diese großen Flöße waren allerdings bald der Schifffahrt ein Dorn im Auge, weshalb von 1820 an die Floßgrößen beschränkt würden. Als die Straßen- und Schienenwege immer mehr ausgebaut wurden, ging das Gewerbe allmählich seinem Niedergang entgegen.

Köhlerei und Pottaschebrennerei

Die Produktion von Holzkohle war anfangs für die Glasindustrie, später auch für die Erzverhüttung von grundlegender Bedeutung. Erst die fortschrittlichen Methoden der Kokserzeugung beendeten die im großen Maßstab betriebene Holzkohleherstellung. Die Holzkohle war nötig, um bei der Verbrennung die benötigten Schmelztemperaturen zu erreichen, was mit normalem Holz nicht möglich war. Durch Beimengen von Pottasche (kaliumcarbonatreich) konnte der Schmelz- bzw. Siedepunkt von Glas- und anderen Schmelzen herabgesetzt werden. Für die Gewinnung der Holzkohle spielt die Baumart keine Rolle, alle Baumarten liefern Holzkohle in mehr oder weniger gleicher Qualität. Für die Qualität und damit den späteren Einsatz ist aber die Größe und Beschaffenheit der verkohlten Holzteile von Bedeutung. Meistens wurden aber das längere Stammholz als Nutzholz verkauft und nur die kurzen Stämme und Reste wie Wurzeln, Äste usw. zur Verkohlung herangezogen. Um mit der Verkohlung zu beginnen, musste das geschlagene Holz zu erst einmal getrocknet und in Scheite geschnitten werden. Danach wurde das Holz auf einem möglichst ebenen Platz rund um einen in den Boden getriebenen Stamm aufgeschichtet. Je weniger Lücken zwischen den einzelnen Stämmen waren, desto besser kohlte der Meiler (Sauerstoffmangel). Zum Schluss wird eine Schicht aus Laub und Erde über das Holz gelegt und befeuchtet. Als Brennmaterial zum Anfeuern wurde nicht vollständig verkohltes Holz vom letzten Meiler verwendet. Nach mehreren Tagen Brennen (und Nachlegen von weiterem Holz) ist das Holz vollständig verkohlt. Als Abfallprodukt des Köhlerns entstand der Ruß, der vom Russmacher zur Schuhcremeerzeugung verwandt wurde. Auch die Pottascheherstellung war nur ein Nebenerzeugnis der Holznutzung. Die Pottasche wurde durch Verbrennen von Wurzelstöcken etc. gewonnen. Da die Glasindustrie riesige Mengen an Holz benötigte, fielen ihr große Teile des Waldes zum Opfer.

Glasbläserei

Die Glasbläserei war etliche Jahrhunderte einer der bedeutendsten Handwerkszweige im Schwarzwald, die hier ihren Einzug in den Anfängen des letzten Jahrtausends erhielt. Der Schwarzwald als Naturraum gab diesem Handwerk alles dafür Notwendige. Holz der Hainbuchen, aus dem Pottasche gewonnen werden konnte, der Quarzsand in den Bächen, der mit der Pottasche verschmolzen wurde und der hohe Bestand an Tannen und Fichten, die das Schmelzfeuer am brennen hielten, machten die Glasbläserei möglich. Urkundlich erwähnt wurden Schwarzwälder Glasverhüttungen bereits Anfang des 12. Jahrhunderts.
Die Hütten der Glasbläser der damaligen Zeit können gut und gerne als Wanderhütten bezeichnet werden. So zogen die Glasbläser weiter in ein neues Gebiet, wenn der Waldbestand am Standort abgeholzt war. Die Bezeichnung „Altglashütten“ und „Neuglashütten“ in Urkunden weisen ausdrücklich auf den Standortwechsel hin. Ein anschauliches Beispiel des ständigen Ortswechsels ist die Glashütte des Klosters St. Blasien. Im Jahr 1579 errichtete das Benediktinerkloster am Schluchsee die erste Glashütte. Nach fünfmaligem Standortwechsel siedelte sich die Glasmacherei im Jahre 1716 in „Äule“ an, wo sie bis 1878 bestand und damit die am längsten in der alten Tradition bestehende Glasbläserei im Schwarzwald darstellt.
Im 19. Jahrhundert gerieten die Schwarzwaldglashütten in eine wirtschaftliche Krise. Ein deutlicher Rückgang des traditionellen Handwerks in seiner ursprünglichen Form war durch die immer mehr schwindenden Waldflächen verursacht. Letzten Endes starb ein Großteil der Glasbläserei im Schwarzwald aufgrund des Mangels an Brennholz. Die Schrumpfung des Glasbläsereiwesens wurde zudem durch das Aufkommen der Eisenbahn verstärkt. Viele Glashütten lagen den Verkehrsadern zu entfernt. Viele Familien, die einst ihr Einkommen mit der Glasbläserei bestritten, gerieten in Armut und Not. Der Wald dagegen bekam Gelegenheit zum Durchatmen.

Harzgewinnung

Das Harz der Nadelhölzer besteht zu geringen Teilen aus flüchtigen Terpentinkohlenwasserstoffen und Terpentinölen und zum größeren Teil aus festen oxidierten Terpenderivaten (Kolophonium). Je nach Holzart ist das Verhältnis von festen und flüssigen Bestandteilen verschieden (Fichte 32 %, Tanne 60 %). Das Kolophonium ist eine klare, amorphe weiße bis dunkelbraune Masse. Das Harz der Nadelbäume befindet sich in den Harzgängen; das sind speziell der Harzleitung dienende längs wie radial angeordnete Röhren. In verschiedenen Ländern wurden unterschiedliche Methoden zur Harzgewinnung angewandt, aber alle beruhen darauf, dass der Nadelbaum auf einer Seite des Baumstammes angeritzt wird, beziehungsweise die Rinde entfernt wird. Das ausfließende Harz wird, soweit flüssig, aufgefangen. Angetrocknete Reste werden abgeschabt. Aus einem so angeritzten Baum kann zwischen zehn und zwanzig Jahre Harz gewonnen werden. Der Baum nimmt keinen tödlichen Schaden, da die nicht angeritzte Seite des Baumstammes den Nährstofftransport übernimmt. Allerdings steht ein zur Harzproduktion genutzter Baum nicht mehr für die Holzproduktion zur Verfügung, da die Holzqualität sinkt. Im Schwarzwald war die Harzgewinnung auf die Gebiete begrenzt, die aufgrund ihrer geographischen Lage nicht der Holzgewinnung zur Verfügung standen.

Aus dem Harz wurden je nach Bedarf unterschiedliche Folgeprodukte durch Destillation gewonnen. Die Hauptabnehmer des Kolophoniumanteiles waren (ab ca. 1800) die Papierindustrie, die Brauereiindustrie, die Lackfabrikationsindustrie, die Munitionsindustrie, die Seifenindustrie, die Kabelindustrie und weitere chemisch-technische Industriezweige. Vor der industriellen Revolution war besonders die Herstellung von Harzöl und Fetten von Bedeutung. Das Terpentinöl wurde besonders in der synthetischen Kautschukindustrie, in der Lackfabrikation, in der Schuhcremeerzeugung und in der Industrie der synthetischen Geruchsstoffertigung gebraucht. Im vorindustriellen Zeitalter stand die Produktion von Schmierölen, Teer und Pech im Vordergrund. Die Gewinnung des Harzes wurde in sog. Harzbriefen zugesichert. Der älteste stammt aus dem Jahre 1521. Schon im 16. Jahrhundert bekam die europäische Harzproduktion Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten. Das Harz wurde dort schlichtweg preiswerter hergestellt als in Europa. Nur in Kriegszeiten lebte die Harzgewinnung wieder auf. Die Harzgewinnung wurde aufgrund von billigeren synthetischen Ersatzstoffen anfangs des 20. Jahrhunderts in den Industrienationen gänzlich eingestellt.

Schnefler, Schnitzer, Küfer

Der Holzschnefler und Lohmacher schnitzte wichtige Gebrauchsgegenstände aus (Eichen-) Holz. Fast alles, was man für Haus und Hof brauchte, wurde selbst angefertigt: Schüsseln, Teller, Löffel, Zäune, Leitern, Eimer, Kämme, Schindeln zum Decken der Dächer... Selbst zum Gerben von Leder wurde die Eichenlohe verwendet. Die Holzschneflerei war ein wichtiger Erwerbszweig. Im Schauinslandhaus dokumentiert eine Schneflerwerkstatt auf anschauliche Weise das Handwerk der Schnefler. An der Wand hängen Schöpfkellen, Löffel und andere Gegenstände aus Holz, die der Schnefler einst fertigte. Verschiedene Werkzeuge wie Ziehmesser und Zirkel oder Arbeitsgeräte wie die Hobelbank sind dort ebenso zu sehen.


Jagd

Bis ca. dem 11. Jahrhundert waren die Jagdrechte größtenteils in der Hand der Bauern die das Land rund um die Waldgebiete bewirtschafteten. Die adelige Jagd auf Großwild fand in damals noch wenigen begrenzten Bannwäldern statt. Mit der Zeit wurde den Bauern immer mehr ihrer angestammten Rechte genommen und immer weitere Wälder mit einem Jagdbann belegt. Die Jagd auf Großwild wurde den Bauern gänzlich verboten, die Jagd auf kleinere Wildsorten wurde besteuert. Gejagt wurde vor allem mit Netzen, Jagdhunden, Fallen und später auch mit Schusswaffen. Nach dem Bauernkrieg wurden die Jagdrechte der Bauern etwas erweitert, die Jagd auf Schalenwild innerhalb der Grenzen des Waldes blieb ihnen aber bei Strafe untersagt. In den späteren Jahrhunderten nahm der Wildbestand und mit ihm der Verbiss weiter zu, da die adeligen ihre Jagdpflichten vernachlässigten. Nach dem Bundesjagdgesetz steht das Jagdrecht heute dem Eigentümer auf seinem Grund und Boden, auf Flächen, an denen kein Eigentum begründet ist, dem Land zu. Wer die Jagd ausüben will, muss einen gültigen Jagdschein und ggf. einen Jagderlaubnisschein besitzen. Durch Zufütterung hat der Bestand an Großwild natürliche Ausmaße überschritten, was wiederum zu hohen Verbissschäden führt.

Weidefläche

Seitdem der Mensch sesshaft geworden ist, hat die Weidetätigkeit der domestizierten Tiere die Vegetation stark beeinflusst. Man denke zum Beispiel an Heideflächen auf der schwäbischen Alb, die ohne immer wieder kehrende Schafherden verwalden würden. Da die Landwirtschaft früher die Priorität bei der Herstellung nicht auf Futtermittel konzentrierte, war man viele Jahrhunderte auf die Waldweide angewiesen. Manche Flächen wurden für und durch die Weidewirtschaft sogar nahezu vollkommen entwaldet.



Holzwirtschaft

Erst die Entwicklung moderner Verkehrs- und Transporttechniken brachte die technische und wirtschaftliche Möglichkeit des überregionalen, zwischenstaatlichen und transkontinentalen Holzhandels. Die wachsende Nachfrage nach Nutzholz und der damit verbundene Anstieg der Holzpreise schufen die ökonomischen Voraussetzungen für den Nutzholztransport auf weiten Strecken. Die sich im Zuge der Industrialisierung vollzogene strukturelle Wandlung des Holzbedarfs war besonders durch das Anwachsen des Nutzholzbedarfes geprägt. Für die Gewinnung der Steinkohle wurde in steigendem Umfang Grubenholz benötigt, für die Führung der Eisenbahnlinien Holzschwellen, und die chemische Holzverarbeitung brachte einen ungeahnten Bedarf an Faserholz, um daraus Zellstoff, Holzschliff, Zellwolle, Kunstseide und andere chemische Stoffe herzustellen. Ebenso ist der Holzbedarf für Hausbau, Hauseinrichtung und Gerätschaften geblieben. Besonders für den holländischen Schiffsbau wurde sehr viel Rohholz benötigt. Deshalb wurden die Stämme auf den Flüssen dorthin transportiert. Die Holzversorgung Europas wurde dadurch ermöglicht, dass einerseits die Holzerträge, sowohl durch Intensivierung der Bewirtschaftung in den Wirtschaftswäldern als auch durch Abholzung von Urwaldvorräten gesteigert wurden, andererseits der Brennholzverbrauch ständig zurückging.



Anthropogene Waldarten

Altersklassenwald

In Altersklassenwäldern wird eine bestimmte Menge an Flächen gerodet und die dadurch entstehenden Kahlflächen werden wieder aufgeforstet. Dabei werden junge Bäume gleicher Generation gepflanzt. Da die Fichten zu den schnell wachsenden Baumarten gehören, werden sie meistens bevorzugt. Sie können schon nach ungefähr 120 Jahren für die Holzwirtschaft gefällt werden. Die Tannen und Buchen benötigen dagegen doppelt so lange. Als Folge davon entstehen große Waldgebiete mit einer Baumkultur, die man als Monokultur bezeichnet, und mit Baumarten gleicher Altersstufe. Aufgrund der Gleichaltrigkeit können Pflanzen und Tiere nur in der ihnen zusagenden Altersklasse leben. Waldflächen mit Kulturen dieser Art sind häufig verdichtet. Der Altersklassenwald ist die am weitesten verbreiteten Form in der Bundesrepublik und umfasst mehr als 95% der gesamten Waldfläche.

Dauerwald

Der Dauerwald ist eine Betriebsform des Hochwaldes, die schon in der jüngeren Geschichte der Holzwirtschaft einsetzte. In diesem Wald befinden sich Bäume verschiedener Arten und unterschiedlicher Altersklassen auf kleine Flächen konzentriert. Die Nutzung erfolgt kontinuierlich und überwiegend in der Oberschicht durch Entnahme einzelner, v.a. stärkerer Bäume (Einzelstammentnahme). Ein angewandtes Verjüngungsverfahren ist der Femelschlag, bei dem Bäume gruppen- oder horstweise über eine größere Fläche verteilt zur Auflockerung des Bestandes herausgenommen werden. Ein besonderes Merkmal für den Dauerwald ist die Dauerhaftigkeit der einzel- und gruppenweisen Mischung und die starke horizontale und vertikale Gliederung. In der gemäßigten Klimazone besonders im Mitteleuropa setzt sich dieser Wald aus einer Mischung von Tannen, Fichten und Buchen zusammen. Diese Mischung hat den Vorteil, dass diese Waldform nicht so katastrophenanfällig ist wie zum Beispiel der Altersklassenwald. Außerdem werden in diesen Wäldern Baumarten, die in der Natur selten vorkommen, geschützt.

Bannwald

Der Bannwald ist ein unter Schutz gestellter Wald, der aus der forstlichen Bewirtschaftung herausgenommen ist, mit der Absicht, ihn seiner natürlichen Entwicklung zu überlassen. Der biologische Naturkreislauf kann sich wieder so einstellen, wie er war, bevor die Menschen mit ihrer Bewirtschaftung begonnen haben. Dieser Wald dient zur Verbesserung der Luft, als Naherholungsgebiet und zur Erforschung der Ökosysteme. Bannwäldern dienen als Rückzugsgebiet für eine Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten, die teilweise vom Aussterben bedroht sind. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass manch Waldstück nicht einzig aus ökologischen Gründen zum Bannwald erklärt wird, sondern aus handfesten ökonomischen Antrieben. Diese sind dergestalt, dass sich die Bewirtschaftung mancher Waldstücke schlichtweg nicht mehr rechnen würde.



weiterführend:

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Netzseiten:

http://www.sdw.de/

http://www.uni-tuebingen.de/uni/egi/studium

http://www.wald.de/

http://www.baumpaten.de/



 

Ahnen Baum 



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